Galerie Mattocks 2003

Tausende feierten Auferstehung einer Musik-Ära

 6. Mattocks-Revival-Festival - Gastspiel der Mungo-Jerry-Bluesband - Reinerlös für Musikverein Nortrup

 

 

Ein Happening, das nahtlos an die großen Tanzveranstaltungen der 70er und 80er Jahre anknüpfte, begeisterte Tausende von jungen und jung gebliebenen Musikfans.

Mit „handmade music“ und ihrem Repertoire, das aus Hunderten von Kehlen als Backgroundchor mitklang, begeisterten die „Mattocks“ nicht nur ihre alten Fans. Überraschend viele Unter-20-Jährige feierten beim Treffen der Superlative mit. Als Special-Guest gab gegen Mitternacht „Mungo Jerry“ sein Debüt im Artland, der in den frühen Achtzigern mit dem Song „In the Summertime“ für Weltfurore sorgte.

Einfach toll, schon zu so früher Stunde vor einem vollen Zelt zu stehen, begrüßte Dieter Schlüwe bereits um 20 Uhr die Fangemeinde. Mit Bussen und Fahrge- meinschaften aus den benachbarten Landkreisen waren sie angereist, um wieder dabei zu sein, beim größten „Klassentreffen“ Norddeutschlands. Schon zum sechsten Mal mit von der Partie war Karl-Heinz Schuckmann, der aus dem hessischen Lorsch angereist war. „Vier Stunden hin, vier Stunden zurück. Egal, die Stimmung hier muss man einfach erlebt haben“, so der 45-Jährige.

Für die Aufwärmphase sorgte die Stuttgarter Pop-Formation „Fine Rip“, die vorab mit aktuellen Songs einheizte. Eine Stunde später erwachte die Musikalität der „Mattocks“. „Hold tight“ – und sofort sprang der Funke über. Man kannte sie auswendig und sang die Texte mit. John Fogetty, Frontmann der Credence Clearwater Revival wäre von den alten CCR-Hits angetan gewesen die Klaus Schlüwe mit rockig-rauchiger Stimme ins Mikro röhrte. So recht passten „Molina“, „Hey tonight“ oder „Have you ever seen the rain“ zu diesem Oldie-Treffen und zum Geschmack der Fans.

„Eigentlich sind wir immer die Alten geblieben. Die Events der letzten Jahre haben uns viel bedeutet und dass das, was 1998 eigentlich als einmaliges Happening geplant war, sich mit einem solchen Erfolg fortsetzen würde, hätte damals keiner geahnt!, blickte Dieter Schlüwe zurück. Dem Musikverein Nortrup, dessen Leiter er ist, kommt der Reinerlös der Veranstaltung zugute. Neben Dieter Schlüwe und den Brüdern Klaus, Walter und Ralf waren es Gitarrist Roland Röger, Bassist Hermann Lampe und Drummer Günter Abeln, die die Kerntruppe der „Mattocks“ bildeten und in gleicher Formation auf der Bühne standen.

Vergessen hatten sie allerdings auch ihre Gründungsmitglieder nicht. Mit dem Nortruper Jürgen Wachhorst am Schlagzeug und dem Ibbenbürener Harry Henschel am Bass warteten um kurz vor Mitternacht die „Ur-Mattocks“ auf. Ohrwürmer über Ohrwürmer. „Cottenfields“ oder Uriah Heeps „Lady in Black“ sorgten für Hochstimmung.

Mit „Mungo Jerry“ und seiner Bluesband kündete Dieter Schlüwe am frühen Morgen einen Special-Guest an. Rockiger, glasklaren Gitarrensound, perfekt dargebotene Balladen, Musikgenuss vom Allerfeinsten. Der britische Sänger Ray Dorset, der mit Mungo Jerry weltweit über 200 Millionen Tonträger absetzte, wurde seinem Ruf als explosiver Vollblutmusiker in Nortrup mehr als gerecht. Drogen und Alkohol, für ihn kein Thema. Seine Droge ist seit den frühen Siebzigern die Musik. Die eigentlichen Ohrwürmer „Lady Rose“ oder „In the Summertime“, der 1971 als Millionenseller um die Welt ging, allerdings gingen im sehr blues-betonten fast 90-minütigen Event fast unter. Dem Publikum merkte man es an. Anschließend bei den alten Beatles-, Stones- oder Tremeloes-Stücken wieder mitsingen zu können, das war es, was ein Mattocks-Festival ausmacht.

 

 

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© Dieter Schlüwe